Andes-Virus

Alles Wichtige zum Virus, wie du dich schützt und wann du ärztliche Hilfe brauchst

Was ist das Andes-Virus?

Das Andes-Virus ist eine Virusart, die zum ersten Mal 1996 in Südamerika (besonders in Argentinien und Chile) entdeckt wurde. Es wird von einer bestimmten Nagetierart übertragen, die vor allem in der Andenregion lebt. Das Virus gelangt durch Kontakt mit kranken Tieren oder deren Ausscheidungen (Urin, Speichel, Kot) auf Menschen über.

Wichtig: Das Andes-Virus kann zu einer schweren Lungenerkrankung führen. Dabei sammelt sich Flüssigkeit in der Lunge an und es wird schwer zu atmen. Diese Krankheit kann lebensbedrohlich sein, wenn sie nicht schnell behandelt wird.

Wie wird das Virus übertragen?

Direkter Kontakt

  • Berührung von Urin, Speichel oder Kot von kranken Nagern
  • Bisse durch infizierte Nager
  • Einatmen von feinen Staubpartikeln, die das Virus enthalten

Indirekter Kontakt

  • Verseuchte Lebensmittel oder Wasser trinken/essen
  • Berührung von Gegenständen, die das Virus enthalten
  • Einatmen von virushaltigem Staub in befallenen Räumen

Von Mensch zu Mensch

  • Sehr selten: Direkter Blut-zu-Blut Kontakt mit einer kranken Person
  • Besonders beim Pflegepersonal ohne Schutzausrüstung
  • Mit richtiger Vorsicht kann man sich schützen

Symptome und Krankheitsverlauf

Phase 1: Die Anfangsphase (1-3 Wochen)

Am Anfang ähneln die Symptome einer schweren Grippe oder Erkältung:

  • Fieber und Schüttelfrost (Frostgefühl mit Zittern)
  • Kopf- und Muskelschmerzen am ganzen Körper
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Übelkeit und Erbrechen

Phase 2: Die Atemphase (kritisch!)

Nach wenigen Tagen werden die Probleme mit der Atmung schlimmer:

  • Husten und Atemnot
  • Brustschmerzen beim Atmen
  • Schneller, unregelmäßiger Herzschlag
  • Flüssigkeit in der Lunge – man kann nicht mehr richtig atmen
⚠️ NOTFALL: Wenn du Schwierigkeiten beim Atmen hast oder starke Brustschmerzen spürst, ruf sofort einen Arzt oder den Notfalldienst an! Das ist ernst und kann lebensbedrohlich sein.

Wie man sich schützt

Kontakt mit dem Virus vermeiden

  • Schuppen und Lagerräume regelmäßig lüften
  • Nagerschädlinge loswerden
  • Essen sicher lagern (verschlossene Behälter)
  • Camping in Gebieten mit vielen Nagern meiden

Schutzkleidung anziehen

  • Handschuhe tragen, wenn du mit Nagern in Kontakt kommst
  • Atemschutzmaske (FFP2) beim Reinigen befallener Räume
  • Schutzbrille für die Augen
  • Langärmelige Kleidung tragen

Hygiene

  • Häufig die Hände mit Seife waschen
  • Oberflächen und Gegenstände desinfizieren
  • Tote Nager nicht mit bloßen Händen anfassen
  • Nach Gartenarbeit gründlich Hände waschen

Wie man befallene Räume reinigt

Wichtig: Lasse befallene Bereiche am besten von Fachleuten reinigen, die darin erfahren sind.

  • Den Bereich absperren und gut lüften
  • Schutzausrüstung anziehen (Handschuhe, Atemmaske, Schutzbrille)
  • Mit Reinigungsmittel (z.B. verdünnter Bleichlösung) putzen
  • Abfälle in verschlossenen Behältern entsorgen

Hilfe und weitere Informationen

Ärztliche Beratung: Wenn du Symptome hast oder möglicherweise mit dem Virus in Kontakt gekommen bist, gehe zu einem Arzt oder ins Krankenhaus.

Vertrauenswürdige Informationsquellen:

  • Weltgesundheitsorganisation (WHO): Informationen zu Virusarten wie dem Andes-Virus
  • Gesundheitsamt deines Landes: Aktuelle Informationen für deine Region
  • CDC (amerikanisches Gesundheitsinstitut): Detaillierte Infos zum Andes-Virus
  • ECDC (europäisches Gesundheitsinstitut): Informationen für Europa

Was ich tun sollte, wenn ich den Verdacht habe, infiziert zu sein:

  • Sofort den Notfalldienst anrufen (Notruf: 144 in der Schweiz)
  • Zum Arzt gehen und Bluttests machen lassen
  • Enge Kontaktpersonen informieren (Familie, Freunde, Arbeitskollegen)
  • Zuhause bleiben und Abstand zu anderen Menschen halten bis zur Diagnose

Aktuelle Medienberichte

Schweizer Medien berichten über den aktuellen Ausbruch des Andes-Virus an Bord des Kreuzfahrtschiffs MV Hondius sowie über die Behandlung eines betroffenen Schweizer Patienten am Universitätsspital Zürich (Mai 2026).

20 Minuten

Andesvirus auf Kreuzfahrtschiff: Kommt eine neue Pandemie?

6. Mai 2026 — Jean-Claude Gerber & Carolin Teufelberger

An Bord des Kreuzfahrtschiffs MV Hondius infizierten sich mindestens acht Personen mit dem Andes-Virus, drei davon starben. WHO und Bundesamt für Gesundheit stufen das Risiko für die Allgemeinbevölkerung jedoch als gering ein, da das Virus nur bei engem und längerem Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen wird. Experten schliessen eine Pandemie derzeit aus.

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20 Minuten

Andesvirus im USZ: Schweizer Patient bis zu 45 Tage in strikter Isolation

6. Mai 2026 — Carolin Teufelberger

Ein Schweizer Patient wird am Universitätsspital Zürich in strikter Isolation behandelt, die bis zu 45 Tage dauern kann. Er meldete sich nach Rücksprache mit seinem Hausarzt selbst auf dem Notfall und ermöglichte damit einen sofortigen Schutz des Spitalpersonals. Die Behandlung umfasst antivirale Medikamente und unterstützende Pflege unter strikten Eindämmungsmassnahmen.

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SRF News

Ansteckung nach Kreuzfahrt – Hantavirus-Patient wird in Zürich behandelt: Das ist bekannt

6. Mai 2026 — SRF 4 News

Ein Mann, der von einer Südamerika-Kreuzfahrt zurückgekehrt ist, wurde positiv auf das Hantavirus getestet und wird isoliert im Universitätsspital Zürich behandelt. Der Zustand des Patienten ist stabil. Die Behörden betonen, dass das Risiko für die Schweizer Bevölkerung minimal bleibt, da das Andes-Virus sich kaum von Mensch zu Mensch überträgt. Weitere Fälle in der Schweiz sind bisher nicht bekannt.

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Wichtiger Hinweis

Die Informationen auf dieser Website sollen dir helfen, das Andes-Virus zu verstehen. Sie ersetzen aber nicht die Beratung durch einen echten Arzt. Wenn du denkst, dass du infiziert sein könntest oder Symptome hast, gehe sofort zu einem Arzt oder ins Krankenhaus.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026